Lexika

Abbinden

Verfestigung und Aushärtung von Klebstoff bis die endgültige Festigkeit erreicht ist.

Ableimen

Auftragen von Leim oder Klebstoff auf den gehefteten Buchblock-Rücken. Durch das Ableimen werden die Lagen im Rückenfalz miteinander verklebt und verfestigt.

Abliegen

Das Abliegen oder auch das Abschmutzen genannte Abgeben von Farbe frischer Drucke auf darüber liegendes Papier.

Abpressen

Formgebung des Buchrückens, indem die Blätter bzw. Lagen von der Rückenmitte aus mehr oder weniger stark zu beiden Seiten gedrückt werden. Durch das Abpressen ergibt sich eine Verbreiterung des Buchblocks im Rückenbereich, die auch durch die Steigung beeinflusst wird. Dieser Höhenunterschied wird später durch die Deckel ausgefüllt. Durch das Abpressen wird eine Verfestigung des Buchrückens erzielt. Diese soll das Zurückgehen der Rückenrundung verhindern.

Adhäsion

Adhäsion - auch als Anhangskraft bezeichnet - ist der Zustand einer Grenzflächenschicht, die sich zwischen zwei in Kontakt tretenden kondensierten Phasen ausbildet – also zwischen Feststoffen und Flüssigkeiten mit vernachlässigbaren Dampfdruck. Im Bereich der Klebstoffe versteht man unter Adhäsion die Haftung von Klebschichten an den Fügeteiloberflächen.

Aluminiumschnitt

Bei einem Aluminiumschnitt handelt es sich um eine Verzierung der Schnittflächen am Buchblock. Dabei wird auf dem Buchschnitt Blattmetall aus Aluminium aufgebracht. Der Aluminiumschnitt ähnelt dem Silberschnitt.

Anbrechen

Unter Anbrechen versteht man, wenn an einer kartonierten Broschur der Umschlag an der ersten Rille gefalzt wird.

Anfeuchtprobe

Um die Laufrichtung des Papiers festzustellen, wird eine Ecke der zu prüfenden Papierprobe angefeuchtet. Die Probe wird sich in der Laufrichtung der Papierprobe stärker rollen.

Appretur

Steifmacher aus Kleister, Leim, Tragant und Porenfüller bei Bucheinbandgeweben. Häufig wird er mit Farben versetzt.

Aufkaschieren

Entspricht dem Aufkleben. Aufkaschiert werden z.B. Folien, um die Buchdecke zu schützen.

Ausschießen

Durch das Ausschießen werden alle Inhaltsseiten eines Buches auf einen oder mehrere Druckbogen gestellt. Das Ausschießschema gibt dabei vor, wie die einzelnen Buchseiten auf dem Druckbogen angeordnet werden, damit bei der Verarbeitung in der Buchbinderei, durch falzen und binden des Druckbogens, die richtige Seitenfolge entsteht. Das geeignete Ausschießschema ist bedingt durch die Seitenanzahl des Buches sowie druck- und buchbinderspezifische Vorgaben wie die Größe des Druckbogens oder die gewählte Ausstattung Ihres Buches.

Banderole

Die Banderole ist ein Papierstreifen, der um ein oder mehrere Bücher herumgelegt, am Ende zusammengeklebt wird und durch Bedruckung als Werbeträger genutzt werden kann.

Bauchbinde

siehe Banderole

Begazen

Verstärken des Buchblockrückens mit Gaze, welche dem Buchblock zusätzliche Stabilität verleihen soll.

Beschnittmarken

Markierung auf dem Druckbogen um den exakten Beschnitt ausführen zu können.

Beschnittzugabe

Das Beschneiden von Papier erfordert Genauigkeit und Präzision. damit eine Buchseite nach dem Druck millimetergenau auf ihr Seitenformat geschnitten wird. Dennoch entstehen leichte Toleranzen, wenn der Buchbinder an der Schneidemaschine den Endbeschnitt durchführt. Ist ein Bild- oder Grafikelement direkt am Seitenrand platziert, kann das Schneidemesser die Kante des Elements verfehlen und ein weißer Papierblitzer wird sichtbar. Durch eine Beschnittzugabe rundherum kann dies vermieden werden.

Biegeprobe

Mit der Biegeprobe wird die Laufrichtung von Papier, Karton oder Pappe festgestellt. Dazu wird das Material in Längs - und Querrichtung gebogen. Die Laufrichtung läuft mit der Seite parallel, die weniger Widerstand bietet.

Biernägel

Halbkugelförmige Metallbeschläge auf den Außendeckeln eines Buches, das oft auf schmutzigen oder nassen Oberflächen liegt. Biernägel wurden meist auf den Liederbüchern von Corpsstudenten angebracht.

Bindearten

Es gibt die Klebebindung, die Drahtbindung oder Heftung und die Fadenheftung. Eine weitere Art der Bindung die aber nicht so oft verwendet wird, ist das Fadensiegeln.

Blindmuster

Probestück eines Druckerzeugnisses zur Voransicht. Zur Demonstration des Formats, des Einbandmaterial, des Umfangs, der Papierqualität und der Bindung in der vorgesehenen Ausfertigung. Die Seiten sind meist nicht bedruckt.

Blindprägung

Prägung ohne Folie, um zum Beispiel auf dem Buchrücken eine glatte Fläche für eine Titelprägung oder ein einzuklebendes Titelschild zu schaffen.

Broschur

Eine Broschur ist Ein- oder mehrlagiges Druckerzeugnis, bei dem der Umschlag direkt mit dem Block am Rücken verklebt oder geheftet ist. Dabei besteht der Umschlag meistens aus Karton. Beispiele sind Taschenbücher oder Telefonbücher. Je nach Ausführung unterschiedet man zwischen Weichbroschur, Steifbroschur, Englische Broschur oder Schweizer Broschur. Das Wort ist auf das französische Verb „brocher“ (heften oder flüchtig machen) zurückzuführen. Der Begriff erinnert daran, dass diese Bindeart ursprünglich nur ein Interimseinband war, der Käufer sollte sich später für einen höherwertigen Einband entscheiden. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden broschierte Bände auch ohne Einbanddeckel verkauft. Die Bindung lag in der Entscheidung des Käufers. Bücher mit Verlagseinband, d.h. bereits vom Verlag hergestellte einheitliche Bindungen, kamen erst mit Ende des 19. Jahrhunderts auf.

Buch

Im buchbinderischen Sinne ist ein Buch ein mehrlagiges Druckerzeugnis, bei dem der Buchblock mit dem Vorsatzpapier in eine Buchdecke geklebt wird. Die Buchdecke ist in der Regel etwas größer als der Buchblock. Auch Broschuren (z.B. Taschenbücher) werden häufig als Bücher bezeichnet.

Buchbinder

Bezeichnung für den Berufszweig, der nach Beendigung von Redaktion, Satz, Layout und Druckarbeiten ein Druckwerk in seine endgültige Form bringt. Dies umfasst alle Schritte zum Ordnen und Verbinden der Lagen, die Verbindung des Buchblocks mit der Buchdecke bis hin zur künstlerischen Gestaltung des Einbandes.

Buchdecke

Die Buchdecke ist der äußere Teil des Bucheinbandes, der sich um den Buchblock legt und zu seinem Schutz dient. Die Buchdecke besteht aus zwei Deckeln aus Graupappe, einer Rückeneinlage aus Schrenz (Karton) und dem Bezugsmaterial.

Bund / Falzbund

Der Falzbund in einem Buch oder in einer Weichbroschur bezeichnet die Stelle an der die Blätter und Druckbogen miteinander verbunden sind.

Cellophanieren

Durch Cellophanierung werden Druckerzeugnisse besonders veredelt. Die Oberfläche der Drucksachen wird dabei mit einer hauchdünnen Folie beschichtet. Dieses Verfahren findet insbesondere bei Flyern, Prospekten oder Visitenkarten seine Anwendung. Durch die Beschichtung erhält das Druckstück einen guten Griff- und Scheuerschutz. Die Cellophanierung ist matt oder hochglänzend möglich. Normale matte Oberflächen sind sehr empfindlich. Eine matte Cellophanierung ist deutlich langlebiger und gibt dem Produkt ein angenehmes Griffgefühl. Die glänzende Cellophanierung verstärkt die Farbwirkung des Drucks.

Chromopapier

Chromopapier bzw. Chromokarton ist ein einseitig gestrichenes Papier. Es wird vorwiegend bei der Herstellung von Verpackungen verwendet. Chromopapiere können matt bis hochglänzend sein, und werden oft farbig angeboten. Die Rückseite ist in der Regel maschinenglatt.

DIN-Format

Die Standardgrößen für Papierformate in Deutschland sind die vom Deutschen Institut für Normung (DIN) 1922 in der DIN-Norm DIN 476 festgelegten Formate. Entwickelt wurde der Standard vom Berliner Ingenieur Dr. Walter Porstmann. Es gibt verschiedene Formatreihen. Die DIN-A Reihe, die B-Reihe und die C-Reihe. Als wichtigste Formatreihe kann man aber die A-Reihe ansehen.

Drahtheftung

Bindeverfahren, bei dem Einzelblätter oder Falzbogen mit Draht zu Buchblöcken zusammengeheftet werden. Das Drahtheften ist ein sehr leistungsfähiges und kostengünstiges Bindeverfahren. Nachteil ist die geringe Haltbarkeit der Drahtheftung.

Drucklack

Drucklack wird verwendet um den farbigen Aufdruck bei der Produktion von Druckbogen in einer Druckmaschine zu schützen und gleichzeitig die Trocknungszeiten zu verringern. Die Verwendung von Drucklack ist immer sinnvoll wenn großflächig bedruckte Bogen mit hohem Farbanteil und vielen Flächen hergestellt werden und kann die spätere Verarbeitung beim Falzen und Binden sehr erleichtern um Abrieb zu verhindern und spätere Schäden zu vermeiden.

Ebarbieren

Das Beschneiden von Heftlagen auf der Pappschere vor dem Heften nennt man Ebarbieren. Der entstehende rauhe Schnitt soll bei Handeinbänden den echten Büttenrand vortäuschen.

Einpressen

Unter Einpressen versteht man das Bogen, Bogenteile oder Fertigerzeugnisse in einer Presse unter Druck gesetzt werden. Das Einpressen erfolgt, um eine schwierige Verklebung zu erzwingen, um Luft aus bearbeitetem Papier zu drücken oder um feucht gewordenes Material bis zum Austrocknen zu glätten.

Englische Broschur

Bindeart, bei der der Buchblock auf dem Rücken mit dem Umschlag verklebt wird. Der Umschlag hat jedoch auf beiden Seiten Einschlagklappen und ist seitlich etwas länger als der Buchblock.

Faden

Bei Maschinenheftung auf sogenannte Kops gewickelte Baumwoll - oder Nylonzwirne. Bei Handheftung wird Leinenzwirn in verschiedenen Stärken verwendet, um eine entsprechende Rückensteigung zu erreichen.

Fadenheftmaschine

Halb - oder vollautomatisch arbeitende Maschine für das Fadenheften von Buchblocks.

Fadenheftung

Von Hand oder maschinell ausgeführte Heftung der Lagen zu Buchblocks mittels Baumwoll - oder Nylonfaden. Bis heute die haltbarste und qualitativ hochwertigste Bindetechnik.

Falzbein

In der handwerklichen Buchbinderei wird mit dem so genannten Falzbein, in der industriellen Fertigung mit Falzmaschinen gefalzt. Für die maschinelle Falzung gibt es zwei verschiedene Methoden, den Taschen- bzw. Stauchfalz und den Schwertfalz.

Falzbogen

Beim Falten eines Blattes oder Bogens spricht man von Falzen oder einem Falzbruch. In der industriellen Verarbeitung von Druckbogen zu einem Buch werden Bogen mehrere Male in sogenannten Falzmaschinen gefalzt. Bei sich kreuzenden Faltungen spricht man hierbei von einem Kreuzbruch. Parelle Falzungen heißen Parellbrüche.

Filete

Wiegemesserförmiges Werkzeug des Buchbinders für die Blindprägung und Bezeichnung für die damit hergestellte Verzierung von Bucheinbänden. Im Gegensatz zum Streicheisen wird die Filete überwiegend für den Golddruck verwendet.

Flattermarken

Flattermarken sind bestimmte gedruckte Markierungen auf Halbfabrikaten bei der Buch- und Verpackungsherstelllung. Flattermarken sind bei der Buchherstellung auf jedem Rohbogen versteckte aufgedruckte kleine Balken, die nach dem Falzen des Bogens auf dem Bogenrücken sichtbar werden. Sie erleichtern es dem Buchbinder beim Zusammentragen die richtige Reihenfolge zu erkennen. Sind die Bogen richtig angeordnet, sind die Flattermarken treppenförmig zu sehen. Ist das Buch fertig gebunden, sind sie nicht mehr sichtbar.

Fleuron

Reiche Verzierung über den Kapitelüberschriften in Büchern aus dem Rokoko in Form einer Blumenbuketts, eines Blumenkorbes oder einer Blumenranke. Bezeichnet auch kleine ornamentale Zierstempel auf Bucheinbänden, besonders in Ecken.

Französische Broschur

Immer geheftet, mit Vorsatz versehen, meist unbeschnitten, in einen Kartonumschlag gehängt, der ringsum überstehende Kanten hat. Um diesen Kartonumschlag wird der bedruckte Umschlag gelegt und zu dessen Schutz ein Pergaminumschlag.

Frontispiz

Illustration gegenüber dem Titelblatt eines Buches. Kann aus einem eingeklebten Bild bestehen oder aus einem umgehängten Blatt.

Froschtasche

Auf die Innenseite des Buchdeckels geklebte Papiertasche, die sich beim Öffnen des Buches entfaltet und einem quasi entgegen springt.

Futteral

Aus einem Stück gefertigte Buchschutzmappe, die meist drahtgeheftet und ohne Überzug ist.

Ganzband

Einbandart, bei der das Überzugsmaterial der Buchdecke aus einem Stück besteht.

Gaufrieren

Papier oder Gewebe, dass mittels gravierter Stahlwalzen mit einer Narbung versehen wird.

Gautschen

Festes Zusammenpressen von zwei oder mehreren feuchten Stoffbahnen bei der Herstellung von Papier oder Karton.

Gestrichene Papiere

Gestrichene Papiere werden auch als Kunst- oder Bilderdruckpapier bezeichnet. Es handelt sich um Papier mit einer besonders ebenen Oberfläche. Diese entsteht durch das Bestreichen mit einem Bindemittel. Dieser „Strich“ veredelt das Papier und gibt ihm eine geschlossenere Oberfläche, die eine hohe Detailwiedergabe und bessere Qualität beim Druck bietet. Es gibt matt und glänzend gestrichene Papiere.

Goldprägung

Wird mit der beheizten Prägepresse ausgeführt. Heute vorwiegend mit golden eingefärbten Aluminiumfolien statt ebenfalls erhältlicher Echtgoldfolien, die nur bei besonders wertvollen Einbänden zum Einsatz kommen.

Gravur

Vergoldestempel und Prägeplatten werden durch Bearbeiten mit Fräsern und Sticheln graviert, um ein bestimmtes Muster oder eine Schrift erhaben aus einer Messingplatte zu arbeiten.

Gummiarabicum

Klebstoff aus dem Saft der tropischen Akazie. Löst sich in kaltem Wasser als Schleim auf und ist ein sogenannter Grundierleim.

Hotmelt

Hotmelt (Heißleimung) ist die am weitesten verbreitete Art der Klebebindung. Der Kleber wird im heißen Zustand auf die Klebefläche aufgetragen und verbindet die Seiten beim Abkühlen. Im Vergleich zu anderen Heißklebeverfahren wie Dispersion oder PUR hat Hotmelt die kürzeste Trocknungszeit. Von Nachteil ist das etwas sperrige Aufschlagverhalten der Bücher. Um dem entgegen zu wirken werden neuerdings auch sogenannte Softhotmelt-Leime eingesetzt, die etwas dünner aufgetragen werden und so das Aufschlagverhalten verbessern.

Heften

Das Vereinigen mehrerer Bogenteile oder Lagen mit Drahtklammern, Faden, Zwirn, Kordel, Spirale oder Kamm.

Hülse

Schlauchartig gefalzter und zusammengeklebter Papierstreifen, der beim Bucheinband eine zusätzliche Verbindung vom Buchblock zur Buchdecke herstellt. Die Hülse wird einerseits auf den Buchblock-Rücken geklebt und auf der anderen Seite beim Anpappen gegen die Rückeneinlage geklebt. Die Hülse muss aus sehr festem Papier gefertigt werden, damit sie der Belastung beim Öffnen des Buches dauerhaft standhält. Neben der Aufgabe, den Bucheinband stabiler zu machen, dient die Hülse zum einen als Hinterklebung für den Buchblock, zum anderen dem Gegenkaschieren der Rückeneinlage.

Jaspisschnitt

Mit feinen Farbtröpfchen besprengter Buchschnitt.

Kalender

Glättwerk bestehend aus einander abwechselnden Druckwalzen mit glatten Stahl - und Papiermänteln, die das Papier auf der Oberfläche glätten.

Kaltleim

Als Kaltleim werden alle nicht warm zu verarbeitenden, fadenziehenden Klebstoffe, in erster Linie Pflanzenleime (Dextrine) bezeichnet. Umgangssprachlich wird der Begriff auch für die nicht fadenziehenden Kunstharzleime angewandt, die aber Dispersionsklebstoffe sind.

Kapitalband

Das Kapitalband ist das kleine, farbige Bändchen, das bei Hardcover-Büchern und Deckenbänden an Kopf und Fuß des Buchrückens angeklebt ist.

Klebebindemaschine

Führt das Aufstoßen, Fräsen, Aufrauhen, Staubentfernen, Fächern und Klebebinden von Buchblocks aus.

Klebebindung

Die Verbindung von losen Blättern durch Spezialklebstoffe zum Buchblock bezeichnet man als Klebebindung. Dabei werden die Rückenfälze der Bogen zunächst abgefräst, um einzelne Blätter zu erhalten, die dann mittels Klebstoff verbunden werden.

Klebstoffe

Dominierend sind in der Buchbinderei die aus Kohle oder Erdöl gewonnenen Kunstharzklebstoffe wegen ihrer vorzüglichen Klebkraft und einfachen Verarbeitung. Neben den Dispersionsklebstoffen, die kalt verarbeitet werden, sind die Warmleime, oft als "Hotmelt" bezeichnet, sehr wichtig. Der PUR (Polyurethan) - Klebstoff, geeignet für die Klebebindung problematischer Papiere. Die Bedeutung von Kleister ist nur noch im handwerklichen Bereich hoch.

Kollationieren

In der Buchbinderei bezeichnet Kollationieren das Überprüfen der zusammengetragenen, aber noch nicht gebundenen Bogen oder Blätter auf Vollständigkeit und richtige Reihenfolge.

Kreuzbruch

Beim Kreuzbruch wird der Bogen mehrfach im rechten Winkel gefalzt. Dieses Verfahren findet bei der Herstellung von Broschüren, Zeitschriften, Büchern Anwendung, für die der Falzbogen geheftet und beschnitten wird. Die Laufrichtung des Papiers sollte mit dem letzten Falz parallel laufen.

Kreuzsteg

Der freie Raum bei einem 16-seitigen Druckbogen, der den Mittelsteg kreuzt.

Laufrichtung

Bei der Herstellung von Papier auf der Papiermaschine ordnen sich die einzelnen Papierfasern nach dem physikalischen Prinzip des geringsten Widerstands in einer Richtung aus. Bei der Bestimmung der Laufrichtung von Bogenformaten spricht man Schmalbahn oder Breitbahn. Schmalbahn bezeichnet die Laufrichtung in der langen Seite des Formates und Breitbahn bezeichnet die Laufrichtung in der kurzen Seite des Formates.
Die Laufrichtung sollte bei Büchern und Broschuren generell immer parallel zum Bund verlaufen um eine einwandfreie Funktion beim Aufklappen der Buches oder der Broschur zu gewährleisten. Bücher mit falscher Laufrichtung haben Seiten die beim Aufklappen sperrig nach oben stehen, das Blättern erschweren und den Gesamteindruck eines Buches deutlich.

Leporello-Falz / Zickzack-Falz / Z-Falz

Der Leporellofalz ist eine Form des Parallelfalzes, bei der zwei oder mehrere Teile des Falzbogens in wechselnden Richtungen gefalzt werden. Dadurch ergibt sich eine Zickzack-artige Falzung, weshalb diese Form auch Zickzackfalz oder Z-Falz genannt wird. Bei zwei parallelen Falzungen ergeben sich aus einem Falzbogen 3 Blatt bzw. 6 Seiten. Man spricht hier von einem Zweibruch-Leporellofalz. Ein Dreibruch-Leporellofalz ergibt 4 Blatt bzw. 8 Seiten usw.

Löschpapiere

Ungeleimte, rösch gemahlene und auftragend gearbeitete, saugfähige Papiere und Kartone.

Lumbeck-Verfahren

Von Emil Lumbeck um 1938 erfundenes Buchbindeverfahren der Klebebindung als kostengünstige Alternative zum Fadenheften. Auch als Fächerkleben bezeichnet. Der Bund des Buchblocks wird dabei nach beiden Seiten hin aufgefächert und mit Klebstoff bestrichen, der dadurch etwas über die Kanten hinaus eindringen kann. Anschließend wird der Bund mit Gaze hinterklebt.

Marmorieren

Arbeitstechnik, bei der Farbe auf der Oberfläche von speziellen Bädern im Marmormuster verteilt wird. Das Abheben der Farbe mit dem Buchschnitt oder Papierbogen ergibt den Marmorschnitt oder das marmorierte Überzugspapier.

Nuten / Rillen

Nuten bedeutet in der Papiertechnik das Heraustrennen eines Materialspans, um ein Umlegen bzw. Biegen des Werkstoffes zu ermöglichen oder zu vereinfachen, Rillen das Eindrücken einer Bruchlinie.

Paperback

Taschenbücher, in Kartonumschläge gehängt, fadengeheftet oder klebegebunden.

Papiergewicht

Das Papiergewicht in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Die dünnsten Papiere wiegen zwischen 8 - 10 g/qm. Übliches Seidenpapier ist 18 - 21g/qm schwer. Dünndruckpapier ca. 40 g/qm, Pergamin 30 - 40 g/qm, Zeitungsdruckpapier 50 g/qm, Schreibpapier 60 - 80 g/qm, Werkdruckpapier 80 g/qm.

Parallelmittenfalz / V-Falz

Der Parallelmittenfalz ist eine Form des Parallelfalzes, bei dem ein Bogen immer in der Mitte in der gleichen Richtung gefalzt wird (V-Falz). Dies kann im Quer- wie im Hochformat geschehen. Zwei solcher Falzungen ergeben 8 Seiten, diese Form wird auch Doppelparallelfalz genannt.

Planschneider

Ein Planschneider ist eine Maschine in der Buchbinderei oder Endfertigungsabteilung einer Druckerei. Sie dient dem Zuschneiden von Papierbogen vor dem Druck und dem Endbeschnitt von Papierbogen nach dem Druck. Der Begriff bezieht sich auf Planobogen (plano, also flach, liegende Papierbogen) und unterscheidet diese Maschine damit von Rollenschneide-Einrichtungen für Papierbahnen, wie sie in Rotationsdruckmaschinen verwendet werden.

Perforieren

Durchlöchern und damit teilweises Auftrennen von Papier oder Karton entlang einer Linie. Erfolgt durch das Ausstanzen kleiner Löcher oder Schlitze mit Stahlkämmen oder durch Einschneiden mit Stanzklingen. Dient dazu, dass man einzelne Seiten oder ein Abschnitt später leicht heraustrennen kann.

PUR

Die Klebebindung mit Polyurethan (PUR), einem chemisch aushärtenden Klebstoff, ist die teuerste Variante nach Hotmelt und Dispersion. Mit PUR wird aber auch eine höhere Blattkantenhaftung erzielt, wodurch auch stärkere Papiere und besonders gestrichene Papiere verklebt werden können. Allerdings nimmt der Prozess der Aushärtung 24 Stunden in Anspruch. Die Klebung ist sehr alterungs- und temperaturbeständig.

Ringbücher

Loseblattbücher, meist kleinen Formates, deren Bügelmechanik am Rücken in ausgestanzte Papierblätter eingreift. Die Mechanik ist am Deckenrücken befestigt und kann runde oder ovale Ringe aufweisen.

Runden

Formen des Buchblocks oder der Rückeneinlage, so dass die Rücken den Teil eines Kreises bilden. Das Runden des Buchblocks erfolgt von Hand mit dem Hammer oder der Rückenrundemaschine und maschinell in der Buchstraße.

Rütteltisch

Ein mit Luftdüsen versehener Tisch mit verstellbaren Winkelanschlägen, der motorisch in Rütttelbewegungen versetzt wird und das Aufstoßen der Bogen ausführt, welches für ein exaktes Schneidergebnis unabdingbar ist.

Schnabeln

Schnablen sind Wölbungen der Buchdecken, die vor allem in der kalten Jahreszeit und bei starken Feuchtigkeitsschwankungen auftreten. In der trockenen Heizungsluft geben die Buchseiten Feuchtigkeit ab und es entstehen Spannungen, die den Buchdeckel anheben. Bücher sollten daher bei 55 bis 60% Luftfeuchtigkeit und 20 bis 21°C gelagert werden.

Schutzumschlag

Heute immer wichtiger werdender, grafisch gestalteter Werbeumschlag, der zugleich den Bucheinband gegen Verschmutzen schützen soll.

Schneidemaschine

Manuell, elektrisch, heute jedoch zumeist elektronisch arbeitende Maschine für den Beschnitt und den Zuschnitt allen Bindegutes. Ihre Hauptelemente sind der Schneidemaschinentisch, der Anschlagsattel, der Pressbalken und der Messerbalken welcher das Messer hält. Die meisten heute im Einsatz befindlichen Schneidmaschinen funktionieren nach dem Schwingschrägschnittprinzip. Zur Peripherie der Schneidmaschine gehören Stapelheber, Rütteltisch sowie automatisch arbeitendes Abstapel-Aggregat.

Schrenzpapier

Schrenzpapier wird auch als Graukarton bezeichnet. Einfaches, meist graues oder bräunlich eingefärbtes Papier, das aus unsortiertem Altpapier hergestellt wird. Wird für Kartonagen, Rückeneinlagen von Buchdecken, Kalenderrückwänden, Rückdeckel von Brief-, Notiz- und Zeichenblöcken verwendet.

Spiegel

Papierblatt, das auf dem inneren Buchdeckel klebt, um die Einschläge zu verdecken. Die gegenüberliegende freie Seite heißt "fliegendes Blatt".

Vademecum

Kleines Taschenhandbuch.

Vorsatz in einem Buch

Das Vorsatz (auch: Vorsatzblatt oder Vorsatzpapier) eines Buches verbindet den Buchblock vorne und hinten mit dem Buchdeckel und ähnelt optisch einer in der Mitte gefalzten Doppelseite. Bei der Benutzung eines Buches wird das Vorsatz im Falzbereich besonders belastet. Aus diesem Grund wird für das Vorsatz ein kräftiges, reißfestes Papier mit hoher Opazität gewählt.

Wire-O-Bindung

Die Wire-O-Bindung wird auch als Drahtkammbindung bezeichnet. Bei der Wire-O-Bindung werden Metallringe durch gestanzte Löcher im Rücken der Publikation geführt. Der Vorteil liegt darin, dass die Seiten um 360 Grad aufgeschlagen werden können und beim Öffnen immer flach aufliegen. Der Nachteil: Anders als bei einem fadengehefteten Notizbuch ist diese Variante nicht so hochwertig und langlebig.

Zusammentragen

Schritt bei der Herstellung eines Buchblocks, bei dem Einzelblätter oder Falzbogen in der richtigen Reihenfolge übereinandergelegt werden.